AUFRUF des “UnterstützerInnenkreis Lang lebe St. Luitgard”
Freiburg im Februar 2010
St. Luitgard muss bleiben!
Das Wohnheim „St. Luitgard“ in der Wiehre blickt seit seiner Gründung in den 1950-er Jahren auf eine lange Tradition als Mädchen- und Frauenwohnheim zurück. Heute bietet es ca. 100 Studentinnen unabhängig von Herkunft und Konfession ein Zuhause und ist als reines Studentinnen-Wohnheim einzigartig in Freiburg.
Das Wohnheim stellt zusammen mit seiner Kapelle, dem benachbarten „Bruder-Klaus“-Heim und der gemeinsamen Parkanlage ein Stadtbild-prägendes Element dar und wirkt sich positiv auf die Altersstruktur sowie auf die soziale Vielfalt des Stadtteils Wiehre aus.
Laut einem inzwischen vorliegenden Gutachten befindet sich das Haus in einem guten baulichen Zustand, und könnte mit verhältnismäßig geringen Mitteln energetisch saniert werden. Die einfache sanitäre Ausstattung wird von den Bewohnerinnen gerne in Kauf genommen und durch die großzügigen Gemeinschaftsflächen im Haus und im Park, durch die stadtnahe Lage sowie die niedrigen Mieten mehr als ausgeglichen.
Die gewachsene Tradition eines solidarischen Wohnens unter Frauen und die besondere Qualität des Zusammenlebens zeichnen dieses Wohnheims aus. Für viele Frauen aus anderen Kulturen (30% der Bewohnerinnen) stellt dieses Wohnheim die einzige Möglichkeit dar, in Freiburg zu studieren und sich in eine bestehende Gemeinschaft zu integrieren.
Diesem einzigartigen Wohnheim droht im April der Abriss!
Die „Familienheim Freiburg Baugenossenschaft eG“ als Eigentümerin des Hauses beabsichtigt, St. Luitgard im April 2010 abzureißen, um dort eine moderne Wohnanlage im „gehobenen Preissegment“ mit überwiegend 2- und 3-Zimmerwohnungen sowie zwei Tiefgaragen zu errichten. Dies wäre aber nur der erste Schritt, denn 2011 wird es dem „Bruder-Klaus-Heim“ genauso ergehen, und wann die Häuserzeile mit den Läden gegenüber dem Wiehre-Bahnhof dasselbe Schicksal ereilt, ist nur eine Frage der Zeit.
Seit knapp einem Jahr setzt sich die Bewohnerinnen-Initiative „Lang lebe Luitgard“ („LaleLu“) gegen den Abriss zur Wehr und hat durch verschiedene Öffentlichkeits-wirksame Aktionen breite Unterstützung in der Nachbarschaft und in der Politik gefunden, allerdings bisher nicht bei der Mehrheit des Gemeinderats. Die Familienheim Baugenossenschaft zeigt bisher keinerlei Verhandlungsbereitschaft, obwohl ihr seitens des Studentenwerks ein Kaufangebot sowie ein Tauschangebot für eine andere Baufläche vorliegt. Um das berechtigte Anliegen der Bewohnerinnen zu unterstützen und den nicht wieder gut zu machenden Abriss des Hauses zu verhindern, hat sich der „UnterstützerInnenkreis Lang lebe St. Luitgard“ gegründet.
Die einmalige soziokulturelle Qualität dieses Wohnheims darf nicht den allein auf diesen Bauplatz fixierten wirtschaftlichen Interessen der Familienheim Baugenossenschaft geopfert werden. Eine Wohnanlage für Menschen mit guten Einkommen kann vielerorts in Freiburg gebaut werden, aber:
Für St. Luitgard gibt es keinen Ersatz!
Wir fordern ein Moratorium und eine Bestandsgarantie für St. Luitgard von mindestens 2 Jahren.
Um eine weitere Polarisierung und Eskalation des Konflikts zu vermeiden, soll ein „Runder Tisch“ eingesetzt werden. Dieser hat das Ziel, unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten eine friedliche Lösung herbeizuführen:
- Erhalt des Wohnheims und die Möglichkeit für das Studentenwerk, 100 preiswerte Zimmer zu vermieten
- Ersatzfläche für die „Familienheim Baugenossenschaft“ mit der Möglichkeit, den Wohnungsbedarf ihrer Mitglieder zu befriedigen
- Bewahrung des liebenswerten Charakters des Quartiers „zwischen den beiden Wiehre-Bahnhöfen“
Dieser Aufruf wird von folgenden ErstunterzeichnerInnen unterstützt:
R. Bergdoldt (Obst-& Gemüseladen am Wiehrebahnhof), Dr. Christoph Bert (Hausarzt), Renate Bert (Altstadträtin), Paul Bert (Altstadtrat), Helmut Bliklen (Nachbar), Renate Buchen (Fraktionsvors. SPD), Prof. Wolfgang Christ (MH), Andrea Clark (Fotografin), Erwin Czarzynski (Nachbar), Ulf Datan (Kunstwerkstatt L6), Ursula Degener (Uni Freiburg), Mathias Deutschmann (Kabarettist), Gabi Dierdorf (Frauen-STEP), Prof.Dr. Berthold Dietz (EH), Wolfgang Dittrich-Windhüfel (KoKi), Prof. Agnes Dorwarth (MH), Lenard Edelmann (Juso-Hochschulgruppe), Markus Engelhardt (Dekan, Pfarrer i.d. Wiehre), FABRIK für Handwerk, Kultur und Ökologie e.V., Angelika Fabry-Flashar (Kulturliste), Dr. Martin Flashar (Archäologe), Cäcilia Flamm (ESG, GR Christuskirche), Dr. Burghard Flieger (innova eG), Petra Gack (Schauspielerin), Nikolaus von Gayling-Westphal (Stadtrat FDP, Ortschaftsrat Forum Ebnet), Prof.Dr. Isolde Geissler-Frank (EH), Bobby Glatz (SUSI), Hendrijk Guzzoni (Stadtrat UL), Prof.Dr. Ute Guzzoni (Altstadträtin), Prof.Dr. Cornelia Helfferich (EH), Traute Hensch (Vorsitzende Kulturrat), Jutta Heppekausen (PH), Prof.Dr. Hans-Peter Herrmann, Martina Herrmann (UFF), Stefanie Hochreuter (GAF), Gabi Hoferichter (Ortschaftsrätin Forum Ebnet), Jürgen Höfflin (DGB-Vors., Stadtrat SPD), Prof.Dr. Hans-Werner Huneke (PH), Prof.Dr. Andreas Immer (MH), Ute Jäger-Fleming (Pfarrerin i.d.Wiehre), Maggie Jaglo (Vorstand u-asta), Peter Jehn (Rentner), Jess Jochimsen (Kabarettist), Martina Jorde (Mitglied und gewählte Vertreterin der Familienheim Baugenossenschaft), Bodo Kaiser (Filmemacher), Christine Kallfass (Schauspielerin), Atai Keller (Stadtrat UL), Ulrich von Kirchbach (OB-Kandidat, Sozialbürgermeister), Prof.Dr. Renate Kirchhoff (EH), Prof.Dr. Michael Klant (PH), Kai Achim Klare (Ortsvereinsvors.), Dr. Joachim Koffler (Hochschulpfarrer KHG), Gabriele Köhler (AsF), Katharina Köhler (JUSO), Mirabelle Korfsmeier (Künstlerin), Walter Krögner (MdL BW, Stadtrat SPD), Prof.Dr. Kerstin Lammer (EH), Veronika Lehmann (Frauen-STEP), Renate Lepach (OFF - Obdach für Frauen), Prof.Dr. Reiner Marquard (Rektor EH), Dagmar Maurer (Lehrerin), Coinneach McCabe (Stadtrat GAF), Michel Moos (Stadtrat UL), Eva M. Morat (Morat-Institut), Michael Müller (Wiehremer Bauernmarkt), Sebastian Müller (Altstadtrat), Prof.Dr. Dirk Oesselmann (EH), Lisa Oster (Vorstand u-asta), Michael Ott (Künstler), Jens Papencordt (JUSO-Hochschulgruppe), Annete Pehnt (Schriftstellerin), Prof.Dr. Ulrich Pfeifer-Schaupp (EH), Simone Ariane Pflaum (Stadträtin - Junges Freiburg), Michael Philippi (Hochschulpfarrer ESG), Almut Quaas, Prof.Dr. Ludwig Quaas (Chefarzt Diakoniekrankenhaus), Margot Queitsch (MdL, Stadträtin SPD) Prof. Dr. Günter Rausch (EH, OB-Kandidat), Stefanie Rausch (Gemeindediakonin), Gabi Rolland (Stadträtin SPD), Hanna Rosahl-Theunissen (AsF, Bündnis für Familien), Prof.Dr. Gisela Rudoletzky (EH), Prof.Dr. Traugott Schächtele (EH, Altdekan, Leiter des Fortbildungszentrums FBZ ), Dr. Jörg Scharpff (Fraktionsgeschäftsführung UL), Prof.Dr. Albert Scherr (PH, Wiss. Leiter des Wiss. Instituts des Jugendhilfswerkes), Stefan Schillinger (Stadtrat SPD), Lisa Schindler (Vorstand u-asta), Martin Schley (Kabarettist), Johannes Schmitt (Mitglied der Familienheim eG), Karl Schneider (Schulleitung Med. Akademie Freiburg), Udo Schnieders (Fundraiser, Leiter der Stabstelle Fundraising im Ordinariat Freiburg), Ulrike Schubert (Stadträtin UL), Prof.Dr. Lothar Schuchmann (Stadtrat UL), Karin Seebacher (Stadträtin SPD), Ute von Sichart (Vorstand Kulturrat), Prof. Christa Siebert-Freund (MH), Timothy Simms (Stadtrat Die Grünen), Ute Spichalsky, Martin Staszak (Hochschulpfarrer KFH und PH), Monika Stein (Stadträtin GAF), Katrin Stelter (Mitglied Familienheim eG), Wolfgang Stickel (Medienpädagoge), Rita Stoephasius (Frauen-STEP), Susanne Strigel (Wildwasser e.V.), Ingeborg Thor-Klauser (Frauen-STEP), Karla Trimborn (PH), Daniela Ullrich (1. Vorsitzende Bürgerverein Stühlinger e.V.), Karin Unmüßig, Othmar Unmüßig, Irene Vogel (Stadträtin UL), Barbara Volhard (UFF, Mitglied von Attac), Silvia Rombach, Gabriele Michel und Kathrin Hillig (Vorstand AMICA e.V.), Gabriele Weiss (KFH), Michael Wiedemann (Stadtrat UL), "Wildwasser Freiburg e.V“, Jörg Winkler (KHG an der PH), Prof. Dorothea Wirtz (MH), Heidrun Wulf-Frick (Journalistinnenbund Baden-Elsass), Barbara Zimmermann (Ensemble 'Harry hol schon mal den Wagen')
LaLeLu - lang lebe Luitgard!
Für den Erhalt des Studentinnenwohnheims „St. Luitgard“, Quäkerstraße 4
Kennen Sie St. Luitgard?
St. Luitgard wurde in den 50er Jahren als katholisches Mädchen- und Frauenwohnheim gegründet. Heute bietet es als Wohnheim des Studentenwerks ca. 100 Studentinnen aus aller Welt, jeglicher Fachrichtungen und Weltanschauungen ein Zuhause im Herzen Freiburgs.
Wussten Sie, dass St. Luitgard im April 2010 abgerissen werden soll?
Die Eigentümerin des Hauses, die Familienheim Baugenossenschaft eG, plant, das Studentinnenwohnheim im April 2010, und das gegenüberliegende Gebäude in der Grillparzerstraße voraussichtlich im Jahr 2012 abzureißen. Stattdessen soll eine moderne Wohnanlage, bestehend aus fünf Wohngebäuden und zwei Tiefgaragen, gebaut werden.
Wir sind dagegen!
Wir, die Bewohnerinnen von St. Luitgard, haben daher die Initiative „Lang Lebe Luitgard“ (LaLeLu) gegründet. Unser Ziel ist es, den Abriss zu verhindern. Wir möchten die in unserem Wohnheim gepflegte Tradition eines frauensolidarischen Zusammenlebens fortsetzen, wie sie in dieser Form in Freiburg einmalig ist. Für uns ist es unverständlich, dass preiswerter studentischer Wohnraum einer modernen Wohnanlage weichen soll, von denen es schon unzählige gibt.
Das Wohnheim St. Luitgard aber ist einmalig!
Wir fordern den Erhalt des Hauses als Studentinnenwohnheim, WEIL…
- das Haus eine besondere Form des gemeinschaftlichen Zusammenlebens unter Frauen ermöglicht und weil es in dieser Form keine adäquate Alternative für Studentinnen gibt,
- die Quäkerstraße 4 ein idealer Wohnort für Studierende ist – direkt beim Wiehremarkt, nahe am Zentrum der Stadt, und mit einer sehr guten Erreichbarkeit aller Freiburger Hochschulen,
- preiswerter Wohnraum erhaltenswert ist,
- das Wohnheim zum Stadtbild der Wiehre gehört und zur sozialen Vielfalt der Wiehre beiträgt,
- das Wohnheim in seiner jetzigen Form ein ideales Gebäude für ein Wohnheim ist und das Studentenwerk dringend Wohnraum benötigt (Doppelabiturjahrgänge und vorläufiger Baustopp für das Wohnheim im Stühlinger),
- wir es wunderschön finden, in diesem Haus zu wohnen!